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Norm-Ratgeber · Stahlrohre

Stahlrohre: Bezeichnung, Normen EN 10216/10217 und Auswahl

Ein Stahlrohr wird im europäischen System über drei Kernangaben beschrieben: Abmessung, technische Lieferbedingung und Werkstoff mit Prüfklasse. Diese Seite erklärt die Bezeichnungssystematik, die Grundsatzentscheidung nahtlos oder geschweißt, die Normfamilien EN 10216 und EN 10217, die Prüfklassen TR/TC, die marktübliche Werkstoffstaffelung – und den Unterschied zum amerikanischen NPS/Schedule-System.

Maßnorm
EN 10220
Nahtlos
EN 10216 Teil 1 – 5
Geschweißt
EN 10217 Teil 1 – 7
Prüfklassen
TR1/TR2 · TC1/TC2

Wie Stahlrohre bezeichnet werden

Ein Stahlrohr wird im europäischen System über drei Kernangaben beschrieben: Abmessung (Außendurchmesser × Wanddicke in mm, Maßnorm EN 10220), technische Lieferbedingung (z. B. EN 10216-2 – sie regelt Werkstoff, Prüfung und Lieferzustand) und Werkstoff mit Prüfklasse (z. B. P235GH TC1). Anders als beim amerikanischen NPS/Schedule-System wird also nicht über Nennweite und Wanddickenreihe bestellt, sondern direkt über das Maß: Rohr 60,3 × 2,9, EN 10216-2, P235GH TC1. Der Außendurchmesser folgt dabei einer genormten Stufenreihe (21,3 / 26,9 / 33,7 / 42,4 / 48,3 / 60,3 / 76,1 / 88,9 / 114,3 / 139,7 / 168,3 / 219,1 / 273 / 323,9 mm …), damit normgerechte Rohre, Formstücke und Anschlussbauteile derselben Maßreihe grundsätzlich kombinierbar sind – Toleranzen und Anschlussausführung sind dennoch zu prüfen. Für eine vollständige Bestellung kommen je nach Anwendung weitere Festlegungen hinzu: Fertigungsart, Lieferzustand, Toleranzklasse, Länge und Endenausführung, Prüfumfang, Prüfbescheinigung nach DIN EN 10204 sowie die Optionen der jeweiligen Liefernorm.

Gebündelte schwarze Stahlrohre verschiedener Durchmesser mit Anhängern zur Chargenkennzeichnung im Rohrlager
Stahlrohre in Bünden im Lager – die Anhänger tragen Norm, Abmessung und Schmelzennummer für die Rückverfolgbarkeit. Bild: Zickwolff-Lager
Grundsatzentscheidung

Nahtlos oder geschweißt: die Grundsatzentscheidung

Nahtlose Rohre werden aus einem massiven Block warm gelocht und gewalzt – sie besitzen keine Längsschweißnaht; die Eignung hängt dennoch von Werkstoff, Herstellverfahren, Wärmebehandlung und Prüfklasse ab – eine normgerecht ausgeführte und geprüfte Schweißnaht ist keine automatische Schwachstelle in Umfangsrichtung. Geschweißte Rohre entstehen aus Band- oder Blechmaterial und werden längs- oder spiralförmig verschweißt. Branchenübliche Auswahllogik:

Fertigung

Nahtlos (EN 10216)

Standard bei hohen Drücken und Temperaturen, dickwandigen Rohren und kritischen Medien; lieferbar etwa 10,2–711 mm Außendurchmesser.

Fertigung

Geschweißt (EN 10217)

Wirtschaftlicher bei dünnen Wanddicken und großen Durchmessern; elektrisch geschweißt (HFW) bis etwa 508 mm, unterpulvergeschweißt (SAW, mit Längsnaht SAWL oder Spiralnaht SAWH) von etwa 406 mm bis 2.540 mm.

Nahtlose wie geschweißte Rohre können bei Einhaltung der jeweils zutreffenden Produkt- und Auslegungsnormen für drucktragende Anwendungen geeignet sein – die Wahl richtet sich nach Abmessung, Werkstoff, Herstellverfahren, Prüfanforderungen, Lastkollektiv, Medium und projektspezifischer Freigabe. Bei Hochdruck, hohen Temperaturen, zyklischer Belastung oder Sauergas (H₂S) wird in der Praxis häufig nahtlos spezifiziert; maßgeblich sind dort jedoch Produktnorm und Sour-Service-Anforderungen (z. B. Härte- und Prüfvorgaben nach ISO 15156/NACE MR0175), die auch geschweißte Rohre erfüllen können. Für Standard-Prozessleitungen im mittleren Druckbereich ist modernes HFI-geschweißtes Rohr in der Regel die wirtschaftlichere Lösung. Oberhalb von etwa DN 600 (24") gibt es handelsüblich ohnehin nur noch geschweißte Rohre. Preisrelationen hängen von Marktlage, Abmessung und Menge ab – belastbar ist nur das konkrete Angebot.

Herstellverfahren

Wie Rohre hergestellt werden

Das Herstellverfahren erklärt die Eigenschaften – und steht deshalb in jeder Rohrbezeichnung mit drin:

  • Nahtlos (S): Ein massiver Stahlblock wird glühend gelocht (Schrägwalzverfahren nach Mannesmann) und über Stopfen- oder Stopfenstangen-Walzwerke auf Maß gewalzt. Das Mandrel-Verfahren liefert engere Toleranzen und glattere Innenflächen, das klassische Plug-Mill-Verfahren große Stückzahlen und dicke Wände.
  • Elektrisch geschweißt (ERW/HFI/HFW): Stahlband vom Coil wird zu einem Schlitzrohr eingeformt; ein hochfrequenter Induktionsstrom erhitzt die Bandkanten, die ohne Zusatzwerkstoff verpresst werden. Schmale Wärmeeinflusszone, gleichmäßige Wanddicke – das Standardverfahren bis etwa 500 mm Durchmesser.
  • Unterpulvergeschweißt (SAW): Blech wird über das JCOE-Verfahren (J-Form → C-Form → O-Form, dann Expandieren) zum Rohr gebogen und innen wie außen unter Pulver geschweißt (SAWL = Längsnaht, SAWH = Spiralnaht). Das Verfahren für Großrohre ab etwa 400 mm bis über 2,5 m Durchmesser; Spiralrohre sind materialeffizient, werden aber eher für Wasser- als für Öl-/Gasleitungen eingesetzt.

Bei Wareneingang und Montage gilt: Die Schmelzennummer verbindet das Rohr mit dem Werkszeugnis – je nach Produktnorm und Lieferform steht sie auf jeder Rohrlänge, am Bündel oder auf Etikett und Begleitpapieren. Werden Rohre im Lager vermischt, geht die Rückverfolgbarkeit verloren. Ein Punkt, an dem eine saubere Zeugnisverwaltung bares Geld spart.

Normfamilien

Die Normfamilien: EN 10216 (nahtlos) und EN 10217 (geschweißt)

Beide Normreihen sind parallel aufgebaut und ersetzen jeweils mehrere alte DIN-Normen. Die Teile unterscheiden sich nach Einsatztemperatur und Stahltyp:

Normfamilien-Übersicht: EN 10216 und EN 10217 mit alten DIN-Normen
Einsatz nahtlos geschweißt alte DIN
Raumtemperatur, unlegiertEN 10216-1EN 10217-11629/1630 bzw. 1626/1628
Erhöhte Temperaturen (warmfest)EN 10216-2EN 10217-2 (HFW), -5 (SAW)17175 bzw. 17177
FeinkornbaustähleEN 10216-3EN 10217-317179 bzw. 17178
Tiefe Temperaturen (kaltzäh)EN 10216-4EN 10217-4 (HFW), -6 (SAW)17173 bzw. 17174
Nichtrostende StähleEN 10216-5EN 10217-717458/17459 bzw. 17457

Merkhilfe für die Praxis: Teil 1 = „normal“, Teil 2 = „heiß“, Teil 3 = „fest“, Teil 4 = „kalt“, Teil 5/7 = „rostfrei“.

Prüfklassen

TR1/TR2 und TC1/TC2: die Prüfklassen

Die EN-Rohrnormen kennen je zwei Prüfschärfen, deren Kürzel oft Verwirrung stiften:

  • TR1/TR2 (Teil 1, Raumtemperatur): TR1 ohne, TR2 mit Kerbschlagprüfung (bei 0 °C, optional −10 °C). Für Druckgeräte nach Druckgeräterichtlinie wird in der Regel TR2 spezifiziert – maßgeblich sind Produktnorm, Werkstoff und Bestellung.
  • TC1/TC2 (Teile 2–5): TC1 ohne, TC2 mit Ultraschallprüfung auf Längsfehler. Legierte Stähle werden generell in TC2 geliefert. TC2 entspricht funktional der alten Unterscheidung St 35.8 I (= TC1) gegenüber St 35.8 III (= TC2).

Für Edelstahl-Leitungsrohre regelt das AD-2000-Merkblatt W2 die Wahl: bis 42,4 mm Außendurchmesser und 3,6 mm Wand genügt TC1, darüber ist TC2 gefordert; Druckbehältermantelrohre immer TC2.

Werkstoffe

Werkstoffe: von P235GH bis P91

Die Werkstoffbezeichnung verrät den Einsatzzweck: P = Druckbehälterstahl (pressure), TR = Raumtemperatur, GH = warmfest, N = normalisiert (Feinkorn), L = kaltzäh (low temperature). Marktübliche Staffelung:

  • Raumtemperatur: P235TR1/TR2, P265TR1/TR2 (alt St 37.0/44.0/37.4/44.4)
  • Warmfest (Kesselgüten): P235GH (St 35.8), P265GH (St 45.8), 16Mo3 (15Mo3)
  • Hochwarmfest: 13CrMo4-5, 10CrMo9-10, 11CrMo9-10 bis zu den 9-%-Chrom-Stählen X10CrMoVNb9-1 („P91“) und X10CrWMoVNb9-2 („P92“) für den Kraftwerksbau
  • Feinkorn: P355N/NH/NL1/NL2, P460N-Reihe – höhere Streckgrenzen bei guter Schweißeignung
  • Kaltzäh: P215NL, P255QL, 12Ni14, X12Ni5 für Kälteanlagen
  • Nichtrostend: 1.4301, 1.4307, 1.4541, 1.4401, 1.4404, 1.4571 (V2A/V4A-Reihen, ASTM-Pendants TP304–TP316Ti), dazu Duplex 1.4462 und Superduplex 1.4410

Gewinderohre bestehen aus S195T (alt St 33) – einem einfachen Stahl, der zum Schweißen und Gewindeschneiden geeignet ist. Ausführliche Werkstoffprofile mit alten und neuen Bezeichnungen finden Sie auf unserer Seite Werkstoffe.

Kesselrohre

Kesselrohre: warum sie eine eigene Kategorie sind

„Kesselrohre“ sind nahtlose Rohre nach EN 10216-2 (früher DIN 17175) in warmfesten Güten, wie sie in Dampfkesseln, Wärmetauschern und Energieanlagen verbaut werden. Sie existieren zusätzlich in einer eigenen Abmessungswelt (31,8 / 38 / 44,5 / 57 / 63,5 / 70 / 108 / 133 / 159 / 193,7 mm …), die es in der normalen ISO-Rohrreihe nicht gibt. Im Handel haben sich zur Verwechslungssicherheit Farbkennzeichnungen etabliert (z. B. weiß = P235GH, gelb = P265GH, gelb/silber = 13CrMo4-5) – das ist Herstellerpraxis, kein Normbestandteil. Höher legierte Kesselgüten werden üblicherweise mit Abnahmeprüfzeugnis 3.2 (TÜV-Abnahme) geliefert, Standardgüten mit 3.1. Die passenden Formstücke in Kesselrohr-Abmessungen erklärt unsere Seite Rohrbogen (Abschnitt Kesselrohrbogen).

Gewinderohre

Gewinderohre nach EN 10255

Für Heizung, Sanitär und einfache Medienleitungen gibt es die Gewinderohr-Familie: Rohre aus S195T, geeignet zum Schweißen und Gewindeschneiden (Whitworth-Rohrgewinde nach EN 10226/ISO 7-1). Zwei Ausführungen:

  • EN 10255-M (medium/mittelschwer) – Nachfolger der DIN 2440, das klassische „Gasrohr“; DN 8 (13,5 × 2,35) bis DN 150 (165,1 × 4,85)
  • EN 10255-H (heavy/schwer) – Nachfolger der DIN 2441 mit dickerer Wand

Lieferbar rohschwarz oder feuerverzinkt nach EN 10240-A1 (alt DIN 2444, Schichtdicke mindestens 55 µm innen und außen). Achtung, verbreiteter Fehler im Markt: Die M/H-Zuordnung zu DIN 2440/2441 wird selbst auf Händlerseiten gelegentlich vertauscht. Die passenden Gewindefittings mit R/Rp-Gewinde erklärt unsere Seite Tempergussfittings.

Feuerverzinkte Gewinderohre mit aufgeschraubten Muffen und Gewindeschutz, Nahaufnahme der Rohrenden
Feuerverzinkte Gewinderohre nach EN 10255 mit aufgeschraubten Muffen – die Gewindeenden sind gegen Beschädigung geschützt. Bild: Zickwolff-Lager
Edelstahl

Edelstahlrohre: Ausführungsarten und Oberflächen

Bei geschweißten Edelstahlrohren beschreibt ein Kürzelsystem den Lieferzustand (EN 10217-7, früher DIN 17457): W0/W1/W2 nach Ausgangsmaterial (Warm-/Kaltband) und Beizzustand, Zusatz A = wärmebehandelt, R = blankgeglüht, b = geglättete Innennaht, WG = geschliffen, WP = poliert. Kaltband-Ausführungen (W2…) liefern die glatteren Oberflächen. Für Leitungsrohre ohne Druckanforderung existiert parallel die EN 10296-2 (früher DIN 17455) – wichtig beim Preisvergleich, denn sie ist nicht mit der Druckrohrnorm austauschbar.

In Folie eingeschlagene, gebündelte Edelstahlrohre kleiner Durchmesser im Lager
Edelstahlrohre in folienverpackten Bünden – die Verpackung schützt die Oberfläche bis zur Verarbeitung. Bild: Zickwolff-Lager
Pipe, Tube, Tubing

Rohr ist nicht gleich Rohr: Leitungsrohr, Präzisionsrohr, Tubing

Im Deutschen heißt alles „Rohr“, im internationalen Einkauf sind „pipe“ und „tube“ aber verschiedene Produkte:

  • Pipe (Leitungsrohr): Medientransport, bestellt über Nennweite plus Wanddickenangabe, vergleichsweise lose Toleranzen, ab Lager verfügbar.
  • Tube (Präzisions-/Apparaterohr): Wärmetauscher, Kessel, Maschinenbau; bestellt über exakten Außendurchmesser und Wanddicke, sehr enge Toleranzen (kaltgezogen), meist auftragsbezogen gefertigt und teurer. Wärmetauscherrohre müssen in Rohrböden passen – daher die engen Toleranzen (in Deutschland z. B. nach DIN 28180).
  • Tubing (Instrumentierungsrohr): kleine Durchmesser für Mess- und Hydraulikleitungen, verbunden über Klemmringverschraubungen.

Die klassische Falle: Ein „2-Zoll-Rohr“ hat als Pipe (NPS 2) einen Außendurchmesser von 60,3 mm, als Tube exakt 50,8 mm – Flansche, Fittings und Halterungen passen jeweils nur zum einen System.

EN ↔ NPS/Schedule

Maßsysteme: EN 10220 vs. NPS/Schedule (ASME B36.10M/B36.19M)

Europäisch wird ein Rohr über Außendurchmesser × Wanddicke in mm definiert (EN 10220, Edelstahl auch EN ISO 1127), amerikanisch über NPS (Nominal Pipe Size) plus Schedule. Wichtige Unterschiede:

  • Die Außendurchmesser sind bei den zölligen Größen praktisch identisch (60,3 / 88,9 / 114,3 mm …) – ein NPS-2-Rohr passt maßlich zu einem 60,3er EN-Rohr.
  • Die Schedule-Nummer ist keine Wanddicke: SCH 40 bedeutet bei 2" 3,9 mm, bei 12" aber 10,3 mm. Die EN kennt stattdessen frei kombinierbare Wanddicken aus einer Stufenreihe.
  • STD = SCH 40 und XS = SCH 80 gilt nur bis NPS 10 – ab NPS 12 weichen die Reihen voneinander ab.
  • Toleranzen, Prüfungen und Werkstoffe folgen unterschiedlichen Regelwerken (EN 10216/10217 vs. ASTM A53/A106/A312 …) – maßgleich heißt nicht zulassungsgleich.

Zur Umrechnung zwischen Zoll- und Millimeterangaben hilft unsere Seite Einheiten & Umrechnung.

Toleranzen und Prüfung

Toleranzen und Prüfung (Kurzüberblick)

Wanddicken-Minustoleranz liegt marktüblich bei −12,5 % (deshalb bei Wareneingang an mehreren Umfangsstellen und beiden Enden messen). Edelstahlrohre nach EN ISO 1127 werden über Toleranzklassen D1–D4 (Durchmesser) und T1–T4 (Wand) spezifiziert. Standardhandelslängen: nahtlos 5–7 m, geschweißt 6 m bzw. 12 m; Fix- und Doppellängen auf Anfrage. Dokumente: Prüfbescheinigung 2.2 oder Abnahmeprüfzeugnis 3.1/3.2 nach DIN EN 10204, bei legierten Kesselgüten üblich 3.2 mit TÜV-Abnahme.

Lieferprogramm

Unser Rohre-Lieferprogramm: lagernd und auf Anfrage

Als technischer Großhändler führen wir die gängigen Stahl- und Edelstahlrohre ab Lager und beschaffen darüber hinaus ein breites Programm auf Anfrage – von warmfesten EN-Güten über das ASTM-Programm bis zu Konstruktions-, Maschinenbau- und Präzisionsstahlrohren (Stand: Juli 2026, Übersicht; maßgeblich ist die Verfügbarkeit je Abmessung).

Lagernd geführte Rohre
RohrartNormWerkstoff / Ausführung
Nahtlose StahlrohreEN 10216-2P235GH TC1
Geschweißte StahlrohreEN 10217-2P235GH TC1
Nahtlose Stahlrohre, sandgestrahlt SA 2½ und beschichtet nach AGI Q 151 (2 × 80 µm)EN 10216-1P235TR2
Gewinderohre, schwarz und verzinkt, nahtlos und geschweißtähnlich EN 10255 (M/S)S195T
Nahtlose Hydraulikrohre (Ermeto), schwarz und verzinktEN 10305-4E235+N
Geschweißte Stahlrohre, pulverbeschichtet rot RAL 3000, genutetEN 10217-1P235TR1
Kupferrohre (TALOS®, RAL/DVGW), Stäbe, 12–22 auch RingeEN 1057Cu-DHP, 12–28 × 1,0 mm
Edelstahlrohre – je nach Werkstoff und Abmessung lagernd oder auf Anfrage
RohrartNormWerkstoffe
Geschweißte EdelstahlrohreEN 10217-71.4301/1.4307, 1.4541, 1.4571, 1.4404
Nahtlose EdelstahlrohreEN 10216-51.4301/1.4307, 1.4541, 1.4571, 1.4404
Nahtlose Edelstahl-PräzisionsrohreEN 10216-51.4301/1.4307, 1.4541, 1.4571, 1.4404
Beschaffung auf Anfrage (Auswahl)
RohrartNormWerkstoffe
Nahtlose warmfeste StahlrohreEN 10216-216Mo3, 13CrMo4-5, 10CrMo9-10; P235GH TC2; P235GH/P265GH doppelt attestiert
Nahtlose StahlrohreEN 10210-1 / EN 10297-1 / EN 10216-3S355J2H / E355+N / P355N
Nahtlose FeinkornstahlrohreEN 10216-3L360NE, P355NH, P355NL1, P355NL2
Nahtlose Rohre nach ASTM (US-Programm)ASTM A106 / A335 / A312 / A333A106 Gr. B (auch doppelt attestiert mit P265GH); A335 Gr. P11, P12, P22; A312 Gr. TP 304, 304L, 310, 316, 316Ti; A333 Gr. 6
Geschweißte KonstruktionsstahlrohreEN 10219S235, S355
StahlbauhohlprofileEN 10210-1S355J2H
MaschinenbaustahlrohreEN 10294-1E355, E470, E590K2
Nahtlose Feinkornbaustahlrohre, hochfestEN 10297S690QL1, S770QL, S890QL1
Nahtlose PräzisionsstahlrohreEN 10305-1E235+C/+N, E355+C/+N
Geschweißte PräzisionsstahlrohreEN 10305-3E235
Nahtlose Hydraulikrohre (Ermeto), schwarz und verzinktEN 10305-4E355+N

Die Übersicht zeigt das Programm in Gruppen zusammengefasst – die vollständige Sortimentsliste senden wir auf Anfrage gern zu. Zu jeder Position liefern wir auf Wunsch die passende Prüfbescheinigung nach DIN EN 10204 (2.2, 3.1 oder 3.2 mit Abnahme) gleich mit.

Häufige Fragen zu Stahlrohren

Was bedeutet die Angabe „DN“ bei Stahlrohren?

DN ist eine genormte Nennweitenbezeichnung für Rohrleitungsteile und kein unmittelbar messbarer Durchmesser. Bestellt wird ein Stahlrohr deshalb über Außendurchmesser × Wanddicke in Millimetern (Maßreihe EN 10220).

Was regelt DIN EN 10216 Teil 1?

Teil 1 behandelt nahtlose Stahlrohre für Druckbeanspruchungen aus unlegierten Stählen mit festgelegten Eigenschaften bei Raumtemperatur – Nachfolger von DIN 1629/1630, Prüfstufen TR1 (ohne) und TR2 (mit Kerbschlagprüfung; für Druckgeräte nach Druckgeräterichtlinie wird in der Regel TR2 spezifiziert). Die konkrete Eignung ist zusätzlich anhand von Rohrleitungsberechnung und Medium zu prüfen.

Wofür wird DIN EN 10255 verwendet?

Für schweiß- und gewindefähige Rohre aus unlegiertem Stahl (S195T) in Installations- und Gewindeanwendungen: mittelschwere Reihe M (früher DIN 2440) und schwere Reihe H (früher DIN 2441), rohschwarz oder feuerverzinkt nach EN 10240-A1. Die Normnummer allein reicht als Bestellangabe nicht – mindestens Abmessung, Ausführung, Länge, Oberfläche, Enden und Prüfbescheinigung gehören dazu.

Wie ist der Rohrwerkstoff 1.4301 einzuordnen?

1.4301 ist allgemeiner austenitischer Edelstahl, jedoch ohne Molybdän. Die Auswahl darf nicht nur nach dem Begriff „Edelstahl“ erfolgen, sondern muss Medium, Chloridgehalt, Temperatur, Reinigung und Schweißzustand berücksichtigen.

Was bedeutet „nahtlose Herstellung“ bei Rohren?

Das Rohr wird ohne Längsschweißnaht aus einem massiven oder hohlen Vormaterial umgeformt (Schrägwalz-/Mannesmann-Verfahren). Nahtlose Rohre werden häufig bei Hochdruck, hohen Temperaturen und Sauergas-Anwendungen spezifiziert – maßgeblich sind die Produktnorm und die projektspezifischen Anforderungen (bei H₂S z. B. ISO 15156/NACE MR0175).

Warum ist die Bestellangabe „Produktnorm“ unverzichtbar?

Sie legt den technischen Lieferrahmen fest – fehlt sie, kann die Lieferung trotz ähnlicher Bezeichnung technisch oder dokumentarisch ungeeignet sein. In der Praxis erhalten wir häufig Anfragen, in denen nur DN und Druckstufe genannt sind; für ein eindeutiges Angebot benötigen wir zusätzlich Produktnorm, Abmessung, Werkstoff mit Prüfklasse, Medium und Temperatur sowie das gewünschte Prüfzeugnis.

Was bedeutet Werksbescheinigung 2.1?

Eine Bestätigung der Übereinstimmung mit der Bestellung ohne Angabe von Prüfergebnissen. Zur Einordnung die EN-10204-Staffel: 2.1 (Bestätigung), 2.2 (nichtspezifische Prüfergebnisse), 3.1 (spezifische Prüfung, vom Werk bestätigt), 3.2 (zusätzlich unabhängige Abnahme, z. B. TÜV). Die nötige Stufe ergibt sich aus Produktnorm, Bestellung und Risikoeinstufung.

Rohre nach Norm und Abmessung – fragen Sie unser Lager an

Sie benötigen Stahl- oder Edelstahlrohre nach EN 10216, EN 10217 oder EN 10255? Senden Sie uns Produktnorm, Abmessung, Werkstoff mit Prüfklasse und gewünschtes Prüfzeugnis – die lagernd geführten Positionen aus dem Lieferprogramm liefern wir kurzfristig ab Lager, alles Weitere beschaffen wir auf Anfrage.

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Fachliche Grundlage: DIN EN 10216-1 bis -5, DIN EN 10217-1 bis -7, EN 10220, EN 10255, EN 10240, EN 10226/ISO 7-1, DIN EN 10204, EN ISO 1127, AD 2000-Merkblatt W2, ASME B36.10M/B36.19M; Lieferprogramm aus eigener Zickwolff-Sortimentsliste (Stand Juli 2026). Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind stets die aktuellen Normtexte und die technischen Datenblätter des Herstellers. Redaktionell geprüft: Juli 2026. Berücksichtigter Normen- und Herstellerstand: Juli 2026.